Freitag, 28. Februar 2025

Unbehagen


Kaufe gern von Zeit zu Zeit
Schuhe, Plunder, noch ein Shirt,
Taschen hier und dort ein Kleid,
damit es kurz besser wird.


Neue Hobbys, noch ein Spiel,
Ablenkung im Stundentakt.
Hiervon brauche ich ganz viel,
jenes wird noch draufgepackt.


Habe diesen Kurs gebucht:
„Wie man endlich glücklich wird.“
Hab das Glück so lang gesucht
und mich tausendmal verirrt.


Tief verdrängt dies Unbehagen,
drück es weg und winde mich,
nur um niemals laut zu fragen:
„Warum bin ich unglücklich?“ 


© Nicole Schönfeld 2025


Evolution


Wir wurden geschaffen,
einander zu dienen.
Doch dienen wir nicht,
wir schaffen Distanz.


Entwuchsen den Affen,
doch gleichen wir ihnen,
erblinden im Licht
der Selbstrelevanz.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 14. Februar 2025

An mein junges Ich


Mädchen, dies will ich dir raten
für des Lebens nächsten Schritt,
stehe stur zu deinen Taten,
doch trag sie nicht mit dir mit.


Pass dich an, doch sei dir treu.
Fühle weich und handle stark.
Trenn’ den Weizen von der Spreu.
Finde Schutz, doch bleib autark.


Hinterfrag stets jede Regel,
suche unentwegt dein Glück.
Halte Kurs und setz die Segel,
hab dein Schicksal gut im Blick.


Sei geduldig, hab Vertrauen,
scheint der Weg auch endlos weit,
denn auch Wege muss man bauen.
Es hat alles seine Zeit.


© Nicole Schönfeld 2025


Gabelung


Dies eine Leben,
auserwählt.
Gleich daneben,
unerzählt,
das andere Leben,
fast beseelt.
War noch eben,
leicht verfehlt. 


© Nicole Schönfeld 2025


Donnerstag, 13. Februar 2025

Die Mimin


Ach, sie spricht so eloquent,
aufgeschlossen, lebensfroh,
welterfahren, nirgends fremd.
Wisse dies, sie tut nur so.


Im Beruf stets kompetent,
hoch in Bildung und Niveau,
selbstbewusst und effizient.
Glaube mir, sie tut nur so.


Gegen’s Fürchten resistent,
ist sie nicht und nirgendwo
jene, die vor Angst wegrennt.
Ahne es, sie tut nur so.


Und so mimt sie gar stringent
euch die größte Bühnenshow.
Hofft, dass niemand je erkennt,
diese Frau, sie tut nur so.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 7. Februar 2025

Farben


Das Rot, das ich wage,
mit Willen vermischt,
entfesselt die Frage,
warum dieses Feuer
in mir nicht erlischt.


Das Grau, das ich trage,
in Schweigen gehüllt,
umschließt jede Klage,
diskret ist der Blick nur
mit Tränen gefüllt.


Das Grün meiner Lage,
auf Hoffnung getrimmt,
sodass ich mir sage,
ich kämpfe noch weiter,
so lang, bis es stimmt.


Das Gelb neuer Tage,
in Sonne getaucht,
erinnert mich vage,
dass Farbe der Seele
erst Leben einhaucht.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 31. Januar 2025

Lynch


Entlang dem Palisadenzaun
entwachsen Farben kümmerlich
aus frischem Grün in altes Braun,
Utopia zeigt sich trügerisch.


Da zieht ein sattes Blau entlang,
ein Rätsel scheint darin versteckt.
Im Hintergrund ein dunkler Klang,
der sich aus allen Poren reckt.


Gar zwiespältig erklingt ein Ton,
verschmilzt mit dunkelrotem Bild.
Unheilvoll schrillt das Telefon
und Nebelschwaden ziehen wild.


Schon zeigt sich eine Fratze dort,
wo eben noch ein Antlitz war.
Die Illusion entschleicht hinfort
in andere Sphären, bipolar.


Die lichten Pole sind es, die
ich ihm auf seinen Wegen wünsch',
dem Meister wahrster Fantasie,
dem Weltengänger, David Lynch.
 



In ewiger Dankbarkeit für seine Werke

© Nicole Schönfeld 2025

Inspiriert von: Angelo Badalamenti - Mulholland Drive Main Theme


Freitag, 24. Januar 2025

Glück


Obgleich es mir glückt,
da tut es schon weh
und folgt mir und ach,
wo immer ich geh’,
ist etwas verrückt,
das ich nicht versteh.


Denn all dieses Glück,
im Wandel verweht,
ist müde, ist wach,
erblüht und vergeht.
Dann kehrt es zurück,
hält inne und dreht.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 17. Januar 2025

Atem


Es greift nach mir
von Zeit zu Zeit.
Dann atmet es mich
langsam ein.
Mein Selbst in dir
wird ewig weit,
in dir mein Ich
und all mein Sein.


Dein Atemstoß,
mein Wehgeschrei,
so ströme ich
aus dir heraus.
Es lässt mich los,
doch niemals frei,
entfesselt mich
ins Nichts hinaus.


© Nicole Schönfeld 2025


Genug


Ich bin das Dach,
nicht Firmament.
Bin tausendfach,
gezählt in Cent.


Bin Lebensraum,
doch nicht die Welt.
Ich bin der Baum,
wenn auch gefällt.


Bin Sternenglanz,
doch nicht der Stern.
Ich bin Substanz,
doch nicht der Kern.


Ich bin die Feder,
nicht der Flug.
Ich bin nicht jeder,
doch bin genug.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 10. Januar 2025

Mein Raum


Dort, wo der Sternenstaub sich legt
und wo der Wind das Laub bewegt...
Dort, wo das Herz zum Schlag ansetzt
und wo der Schmerz die Lehre schätzt…


Dort, wo der Blick zum Himmel ragt
und wo Geschick zum Urteil tagt...
Dort, wo der Sinn sich selbst erklärt
und sein Beginn im Stillstand währt…


Dort, wo ein Traum heran gedeiht,
dort ist mein Raum der Heiligkeit.


© Nicole Schönfeld 2025


Ewigreich


Ach, wäre der Moment mir nur
ein ausgedehnter, weiter Flur
mit Wänden weich,
den Wolken gleich,
mein unbegrenztes Ewigreich.


Ach, würde er doch stetig sein
und grübe sich in mich hinein.
Ach, bliebe er
und ging nie mehr,
sodass er immer mit mir wär’.


Dann gleitet er mir doch dahin,
sein Ende nur ein Neubeginn.
So halte ich
noch fester mich
und bete, er weilt ewiglich.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 3. Januar 2025

Kreislauf


In Kreisen auf Reisen,
hier drinnen von Sinnen.
Im Leisen verwaisen,
entrinnend beginnen.


Erst fliegen, nun liegen,
entbrennen, dann trennen.
Im Wiegen sich schmiegen,
erkennen, benennen.


Nun feuern, dann steuern,
dem Leben vergeben.
Beteuern, erneuern,
beheben und schweben.


© Nicole Schönfeld 2025


Ein neuer Tag


Noch bevor die Morgensonne
sich durchs Wolkendickicht bricht,
kitzelt freundlich, voller Wonne
kühle Hoffnung mein Gesicht.


Wie der Tag sich nun ganz neu
aus der alten Hülle schält,
jungfräulich und beinah scheu,
ist die Uhr auf null gestellt.


All das Schöne hier auf Erden
könnt an diesem Tag geschehen.
Was nicht ist, das könnte werden,
was noch steht, das könnte gehen.


Enthusiastisch, voller Fragen,
was er mir wohl bringen mag,
will ich keiner Chance entsagen,
denn heute ist ein neuer Tag.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 27. Dezember 2024

Im Fluss


Die Felder sind bestellt,
die Arbeit ist getan.
Für das, was uns hier hält,
gibt es noch keinen Plan.


Das Tagwerk ist vollbracht.
Am Horizont kein Licht,
das hell über uns wacht,
das unsere Trägheit bricht.


So ewig scheint die Nacht,
die sich herniederlegt,
gar still und mit Bedacht
durch matte Glieder fegt.


So lehrt uns jene Stille,
dass alles ist im Fluss,
auch nimmermüder Wille
mal schlafen gehen muss.


© Nicole Schönfeld 2024


Einfach sein


Heute ist mein fauler Tag,
tue nur, was ich gern mag.
Müßig sein bei gutem Tee,
sag ich allem Stress ade.


Ganz egal, wer heut was will,
alle Uhren steh'n heut still.
Kein Bemühen, ohne Last,
kein Gedrängel, keine Hast.


Langes Schlafen, weckerfrei,
ruft mich keine Pflicht herbei.
Ich mit mir und ganz allein,
heute darf ich einfach sein. 


© Nicole Schönfeld 2024


Dienstag, 24. Dezember 2024

Schönste Zeit

 

Weihnachten, du schönste Zeit
auf der Erde weit und breit.
Bunte Kugeln, Lichterkerzen,
lächelnde und offene Herzen.


Helle Fenster, laute Glocken,
warme Mützen, dicke Flocken.
Tannenduft und gutes Essen,
Weihnachtslieder unterdessen.


Warme Plätzchen, Augenglanz,
Handschuhe und Lichterkranz.
Rote Nasen, Schneeballschlacht,
Heiligabend, stille Nacht.


Schneegestöber, pudelnass,
träumen, hoffen, wünschen, dass
Frieden aus den Wolken schneit.
Weihnachten, du schönste Zeit.


© Nicole Schönfeld 2024


Montag, 23. Dezember 2024

Zeitengeist

 

In der Ferne, weite Sicht
glimmt vor meinen Augen auf.
Schließe sie und scher’ mich nicht
um des eigenen Schicksals Lauf.


Unerkundet flieht der Duft
aus den Lettern neuer Seiten,
aufgestaut, durchsetzt die Luft,
um in mich hineinzugleiten.


Schon bewegt das müde Bein
sich und zieht das andere mit.
Ausdruckslos, läuft querfeldein,
was meinem Entschluss entglitt.


Fest an Marionettenseilen
häng’ ich regungslos und still,
hier im Zeitengeist zu weilen,
weil das Schicksal es so will.


© Nicole Schönfeld 2024


Freitag, 22. November 2024

Unsere Männer

 

Unsere Männer lassen wir
nicht an euren Fronten sterben,
nicht für eure kranke Gier
dort verrotten und verderben!


Offen und ganz unverhohlen
schmiedet ihr am Untergang.
Habt der Welt den Tod befohlen,
nährt euren Zerstörungsdrang.


Niemals lassen wir sie ziehen
in den Abgrund eurer Sünden,
euren Scheindemokratien,
die euch jeden Krieg begründen.


Tosend werden wir uns wehren,
wagt es nicht, sie anzurühren!
Spart euch eure falschen Lehren,
siegen heißt zugleich verlieren.


Ganz egal, wie euch geheißen,
beißend, keifend werden wir
sie aus euren Krallen reißen.
Unsere Männer bleiben hier!


© Nicole Schönfeld 2024


Freitag, 15. November 2024

Stoizismus

 

Dezente Schleier
zieh’n sich fest
über Lebenslagen.
Die alte Leier
hinterlässt
nunmehr keine Fragen.


Mich jagt nichts mehr,
Resignation
tief unter meiner Haut.
Nichts ist sehr,
alles schon
fest gezurrt verstaut.


Nichts empört,
darf entfliehen,
was die Welt vergisst.
Ungestört,
längst verziehen,
ist es, wie es ist.


© Nicole Schönfeld 2024

Inspiriert von: Ultravox - Vienna


Freitag, 1. November 2024

Sekkatur

 

Sie ist dir immer auf den Fersen.
Sie findet dich mit aller List.
Sie scheint in allen Multiversen
dort zu sein, wo du auch bist.


Die Richtung, die ist ganz egal.
Ob links, ob rechts, ob geradeaus,
sie findet dich ein jedes Mal.
Sie lauert dort vor deinem Haus.


Und immerzu blickst du dich um,
erwartest sie mit jedem Schritt.
Steht sie vor dir, bleibst du stumm,
machst das jahrelang schon mit.


Du fühlst dich ständig ausgebrannt,
sobald die Tür ins Schlosse fällt,
wünschst dir sehnlichst eine Wand
zwischen dir und ihrer Welt.


Doch musst du sie wohl tolerieren,
ist die Sekkatur auch echt.
Sie geht doch einfach nur spazieren,
das ist nun mal ihr gutes Recht.


© Nicole Schönfeld 2024


Bilder

 

Zum Gedicht "Bilder"

© Nicole Schönfeld 2024


Sonntag, 27. Oktober 2024

Facetten

 

Sie tänzelt auf Geländern,
dreht sanfte Pirouetten.
Sie wird sich nicht verändern,
sie wechselt nur Facetten.


Sie passt nicht in Schablonen,
auch wenn’s die Welt empört
und stets wird sie betonen,
dass sie nur sich gehört.


Ihr hängt an euren Dingen,
sie hängt in ihren Seilen.
Sie möchte nichts erzwingen,
schon gar nicht sich beeilen.


In Wonnen will sie toben,
Essenzen ganz durchdringen.
Sie klettert ganz nach oben,
um tief hinabzuspringen.


In schwerelosen Wogen
erlaubt sie sich, zu schweben
und surft den Regenbogen
entlang, hinein ins Leben.


© Nicole Schönfeld 2024

Inspiriert von: Laid Back - Bakerman


Freitag, 25. Oktober 2024

Vergebung

 

Das Wort, das verletzt.
Die Gruppe, die hetzt.


Der Blick, der verpönt.
Der Hass, der verhöhnt.


Das Rudel, das frisst.
Das Ego, das misst.


Die Bürde, die kneift.
Die Stimme, die keift.


Das Opfer, das klagt.
Der Mensch, der versagt.


Die Heilung, die keimt.
Die Sprache, die reimt.


Das Wesen, das liebt.
Der Mut, der vergibt.


© Nicole Schönfeld 2024


Bilder

 

Dieses Bild dort an der Wand,
es erzählt eine Geschichte,
zeugt vom heilen Sippenband,
macht das Unheile zunichte.


Was sich rückseitig verbirgt,
mag so gerne sich verstecken,
hat im Anschein sich verwirkt
und darf diesen nicht beflecken.


Denn das, was zusammenhält,
wird von Tarnung überlichtet,
weil sonst auseinanderfällt,
was die heile Welt vernichtet.


Und so lügen die Geschichten
in den Bildern an den Wänden,
um die Bande zu verpflichten,
alle Wahrheit zu verblenden.


© Nicole Schönfeld 2024


Ideal

 

Siehst mich an,
doch siehst nicht hin.
Erträumst dir dann,
was ich nicht bin.


Du suchst in mir
dein Ideal.
Ich sag es dir
gleich noch einmal:


"Enttäusche dich
nicht allzu oft,
nur weil es sich
so leicht erhofft.


Ich werde nie
und will auch nicht
zu jener, die
dir voll entspricht.


Ließ diese Zeilen
und lass mich sein,
dann will ich weilen,
dann bin ich dein."


© Nicole Schönfeld 2024


Freitag, 18. Oktober 2024

Scheitern

 

Fehlschläge im freien Fall und
Kräfte prallen unsanft auf,
verenden auf dem harten Grund
und gehen dort für immer drauf.


Denn was ich auch berühre,
es zerfällt mir in der Hand.
Es entflieht aus meiner Türe,
dann zerschellt es an der Wand.


Unverzagt kriech’ ich zurück
ins verheißungsvolle Haus,
doch in einem großen Stück
spuckt es mich dann wieder aus.


Die Erfolge auf der Strecke,
doch die Ausfahrt kenn’ ich nicht
und sobald ich sie entdecke,
ist sie auch schon wieder dicht.


Wo mich nun der Ehrgeiz ruft,
scheint der Weg mit Frust vermint.
Hab mich längst herabgestuft,
den Erfolg wohl nicht verdient.


© Nicole Schönfeld 2024

Inspiriert von: Kenny Rogers - The Gambler


Projektion

 

Was der Hass in dir geschaffen,
werden Kriege niemals lösen.
Darum senke deine Waffen,
nicht die anderen sind die Bösen.


Sieh, der Hass ist nur in dir,
keimt in dir und wächst heran.
Doch dann suchst du ihn in mir,
wo er sich entladen kann.


Dann zerstörst du meine Welt.
Doch der Hass, er bleibt hinfort.
Stehst entmutigt auf dem Feld
und besinnst dich auf mein Wort.


Das, was wir dem andern fügen,
tun wir unserer Seele an.
Lass dich nicht vom Hass belügen,
weil mit ihm der Krieg begann.


© Nicole Schönfeld 2024


Sonntag, 13. Oktober 2024

Perspektiven

 

Eingezäunt in Stacheldraht,
Kugelhagel, Handgranaten,
schon das dritte Attentat
in der Nähe, Angst auf Raten.
Zukunft scheint nur optional.
Puls am Limit, bittere Not,
Lebenswünsche ganz trivial,
immerzu vom Tod bedroht.
 
Heute hab ich mich beklagt,
weil das Internet ausfiel,
auch mein Wecker hat versagt.
Alles war mir heut zu viel.
Stressig war der Arbeitstag,
viel zu stockend der Verkehr.
Das ist mehr als ich ertrag’.
Dieses Leben ist so schwer.


© Nicole Schönfeld 2024


Freitag, 11. Oktober 2024

Gewissheit

 

Im Traume jener Kindheitstage
liegt ein Zauber unbedarft,
der sich hütet vor der Frage,
welche ihn als Traum entlarvt.


Ohne gestern, ohne Morgen,
unschuldig im Kinderbett,
geistert er ganz ohne Sorgen
übers arglose Parkett.


Tönend summt das Wiegenlied,
unverbrauchte Lobeslieder,
bis der Zauber uns entflieht
in die altersschwachen Glieder.


Dort, wo uns Gewissheit jagt,
scheint die Frage plötzlich nah.
Flüsternd spricht sie ungefragt:
"Sind wir morgen auch noch da?"


© Nicole Schönfeld 2024


Mittwoch, 9. Oktober 2024

Ich allein

 

Hoffnungslos in mir gefangen,
alte Muster sträuben sich.
Selbstliebe wird übergangen
hier im altbekannten Ich.


Darin haust es sich bequem.
Ich allein bin das Problem.


Trotzend gern mit mir allein,
irreführendes Signal,
will ich dennoch mit euch sein,
doch entfliehe jedes Mal.


Schuldbeladen und extrem,
ich allein bin das Problem.


Zeige mich nicht in der Not,
weine hinter jener Tür.
Misstrauen mein Hauptgebot,
eingenistet tief in mir.


Eingeübt ist mein System.
Ich allein bin das Problem.


Bin ich wütend auf die Welt,
wüte ich nur gegen mich.
Rüstend bin ich aufgestellt,
kämpfe unerschütterlich.


Ist es mir auch nicht genehm.
Ich allein bin das Problem.


© Nicole Schönfeld 2024

Inspiriert von: Taylor Swift - Anti-Hero


Dienstag, 8. Oktober 2024

Der Panzer

 

Morgens nach dem ersten Tee
leg’ ich meinen Panzer an.
Wo ich weile, wo ich geh’,
wo ich sitze, wo ich steh’,
lässt er nichts an mich heran.


Dicht umhüllt er meine Haut,
abgeschottet von der Welt,
drängend, jederzeit zu laut,
in ihm alles angestaut,
bis er abends von mir fällt.


Schutzlos später in der Nacht,
jede Angst der nächsten gleicht,
alle Wut sich nun entfacht,
niemand hier, der mich bewacht,
bis die Nacht dem Morgen weicht.


Dann trink’ ich meine Tasse leer
und zwänge wieder mich hinein.
Ist er mir auch lastenschwer,
will ich dennoch niemals mehr
ohne meinen Panzer sein.


© Nicole Schönfeld 2024