New Poets Society
"Am Anfang war das Wort - der Seele Zufluchtsort."
Donnerstag, 30. April 2026
Wie ich bin
Dieses wird mir
bleiben,
über alles das
zu schreiben,
was am Tage
mich erschreckt,
was in Tiefen
sich versteckt,
was mich
beutelt und ergründet,
was in
Fragezeichen mündet,
mich verstummen
lässt und auch
was ich sehne,
was ich brauch’.
Und dann les’ ich mein Gedicht,
weiß, so bin
ich und so nicht
und erkenne
mich darin
ganz genauso,
wie ich bin.
© Nicole Schönfeld 2026
Freitag, 10. April 2026
Frei in mir
Frei in mir,
bin ich hier,
bin ich dort,
weiter,
höher,
immerfort.
Welten rufen,
Lebensstufen
steige ich
weiter,
höher,
über mich.
In der Ferne
tausend Sterne
und ich hier,
weiter,
höher,
frei in mir.
© Nicole Schönfeld 2026
Inspiriert von: The Passenger by Siouxsie and the Banshees
Freitag, 6. März 2026
Der Sinn
Hab in Träumen ihn gejagt,
ihn ein Leben lang erspürt.
Doch kein Wort, das je gesagt,
hat mich je zu ihm geführt.
War gewillt, ihn zu verstehen,
hab ihn jeden Tag ersehnt,
hatte tausendfach Ideen,
ihn im Überall gewähnt.
Und doch weiß ich, er ist hier,
wenn auch unbestechlich still,
weil er wohl, so scheint es mir,
nicht verstanden werden will.
©
Nicole Schönfeld 2026
Zwischen
Zwischen den Kriegen…
…gebären wir Kinder.
Die werden dann später
ganz große Erfinder,
ganz wie ihre Väter.
Sie bauen Raketen
und werden Soldaten.
Dann hoffen und beten
sie, dass sich die Staaten
den Frieden erhalten,
das Völkerrecht achten,
vereinen, nicht spalten,
nach Redlichkeit trachten.
Zwischen den Kämpfen…
…bereuen die Leute
ihr gestriges Schweigen,
das Schaudern von heute.
Die leisen und feigen
Erfinder, Soldaten,
die Völker und Rechte
mit Grausamkeit traten,
als mutlose Knechte
Gehorsamkeit schworen,
im Marschtakt der Lieder
den Frieden verloren.
Sie täten es wieder.
©
Nicole Schönfeld 2026
Freitag, 30. Januar 2026
Blütezeit
Wenn ich an
dich denke,
ist’s als wenn
uns alle Liebe,
die ich dir auf
ewig schenke,
in der
Blütezeit verbliebe.
So als wär’ sie
nur geliehen
wie ein Schatz,
der nie gehört,
allen Zwängen
sich entziehen
und doch
Endlosigkeit schwört.
© Nicole Schönfeld 2026
Lass mich...
Lass mich dich
leiten,
dich halten,
dich tragen
durch alle
Gezeiten,
dir immerzu
sagen:
Ich werde nicht
gehen,
ich bleib für
dich da,
werd’ stur zu
dir stehen,
weil’s immer so
war.
Freitag, 2. Januar 2026
Heimat
Alles das, was
uns gegeben,
löst sich auf
und geht zurück
in den Ursprung
aller Leben,
in nur einem
Augenblick.
In dem Raum,
der uns geboren,
uns empfängt
und uns umgibt,
haben wir uns
nie verloren,
nie einander
nicht geliebt.
Und so fliehen
alle Träume
von der guten,
alten Zeit
in die
unbegrenzten Räume
heimatlicher
Ewigkeit.
Freitag, 21. November 2025
Weil
Weil es dich gibt,
da singe ich Lieder.
Im Himmel geliebt,
da fiel ich hernieder,
von Pfeilen durchsiebt,
lädiertes Gefieder.
Doch weil es dich gibt,
da singe ich wieder.
© Nicole Schönfeld 2025
Inspiriert von: The Lumineers - Ho Hey
Lache!
Lache,
fällt es dir auch schwer,
grämst du dich auch noch so sehr!
Lache,
wenn die Welt auch steht,
und sich nicht mehr für dich dreht!
Lache,
kommt auch nichts zurück,
weder Freude noch das Glück!
Lache,
weil dein Lachen zeigt,
dass die Hoffnung niemals schweigt!
© Nicole Schönfeld 2025
Deine Worte
Von dem Eindruck deiner Worte
hab ich mich nie ganz befreit,
und weil manches Wort von dir
mir auch heut an manchem Orte
was von deiner Weisheit leiht,
weilt ein Teil von dir bei mir.
© Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 31. Oktober 2025
Hochmut
Warst der größte Fisch im Teich
unter dir und deinesgleichen,
doch war niemand dir ganz gleich,
der dir konnt’ das Wasser reichen.
Stolz warst du und prächtig gar,
da entschwand dir deine Macht,
die so niederträchtig war.
Niemals hättest du gedacht,
dass mal zieht ein anderer Fisch
in den Teich, der spielend leicht
klares Wasser, neu und frisch,
dir und deinem Hochmut reicht.
©
Nicole Schönfeld 2025
Inspiriert von: Coldplay - Lost!
Deine Ewigkeit
Bin ich heute auch verloren,
folg’ ich dir, wohin ich gehe,
weil ich still vor deinen Toren
deine Liebe ganz verstehe,
auch im Unglück solcher Tage
mich in deinem Wort verliere,
und das Hoffnungsvollste wage -
Deine Ewigkeit berühre.
©
Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 12. September 2025
Ungerecht
Du warst stets das gute Kind,
nach dem jeder Vater sinnt,
nach dem jede Mutter sehnt,
aufgebaut, nicht abgelehnt.
All das Glück, das dir beschert,
lebst du heut ganz unbeschwert.
So viel wurde dir gegeben
für ein hoffnungsfrohes Leben.
Doch blieb für dich unerkannt,
wer für dich ins Nichts verbannt.
Jene, die dies Glück nicht hatten,
leben dort in deinem Schatten.
Nein, du bist nicht so, wie ich
und so sehr beneid’ ich dich.
Du warst gut, ich war schlecht.
Es ist einfach ungerecht.
© Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 29. August 2025
Hingabe
Irrig lief ich tausend Wege
hierhin, dorthin, suchte dich.
Nun, da ich mich niederlege
nur in dich, auf dass du mich
heut, von nun an ewig führest,
mich mit deinen Händen schützt.
Mich zu deiner Tochter kürest,
auf dass dir mein Leben nützt,
habe ich mich hingegeben
deinem Plan und deinem Wort.
Dafür will ich weithin leben,
hier und jetzt und immerfort.
Ein Schrei
Die Welt ist erkrankt.
Kein Arzt kann sie retten.
Sie zittert und schwankt,
liegt bebend in Ketten,
in endlosen Schmerzen
entfährt ihr ein Schrei.
Sie ruft alle Herzen
zur Hilfe herbei.
©
Nicole Schönfeld 2025
Schuld
Auch ich trage Schuld.
Hab schon so häufig
so vieles versprochen,
Versprechen gebrochen.
Und so viel Tumult,
hab ich verursacht,
um mich nicht zu binden
und dann zu verschwinden.
So habt doch Geduld.
Ich wünschte, ihr könntet
mir all das vergeben.
Ich lern’ noch am Leben.
©
Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 22. August 2025
Wonne
Suche den Morgen
am Ende der Nacht,
wo er verborgen
in Dämmerung wacht.
Da steigt die Sonne
am Himmel empor,
und kitzelt die Wonne
im Herzen hervor.
©
Nicole Schönfeld 2025
Jahreszeiten
Nun weicht er fort mit aller Kraft,
hinweg gefegter Sommerduft.
Dort, wo er war,
macht er sich rar
und weicht der kühlen, frischen Luft.
Die Bäume kahl, das Laub so wüst.
Der Wind treibt nassen Regen an.
Und Farbenpracht
hat sich entfacht,
so früh rückt jetzt die Nacht heran.
Bald schon fällt der erste Schnee
leise auf die Straßen nieder.
Das Laub versteckt,
vom Weiß bedeckt,
schon ertönen Weihnachtslieder.
Bis die ersten Frühlingsstrahlen
heiter unsere Herzen weiten.
Pflanzen blühen,
Würmchen glühen
im Zauber unserer Jahreszeiten.
© Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 15. August 2025
Am Anfang
Am Anfang war das Wort,
der Seele Zufluchtsort.
Entbunden aus dem Licht,
zu Hause im Gedicht.
©
Nicole Schönfeld 2025
Hafen
Wenn draußen wieder Stürme toben,
der Boden unter mir zerbricht,
blickst du hinaus vom Fenster oben
und leuchtest mir für gute Sicht.
Ich setz’ die Segel, rüste mich.
Die Welt ruft wieder laut nach mir,
bezwinge sie und denk an dich.
Dann kehr’ ich wieder heim zu dir.
©
Nicole Schönfeld 2025
Zweifel
Überleben in der Welt,
wo Befindlichkeiten stören,
wird’s geliefert, wie bestellt.
Schulterzucken, kein Empören,
leben wir als Endprodukt,
ungesehen und funktional.
Fertig ist das Weltkonstrukt.
Zweifel hat doch jeder mal.
©
Nicole Schönfeld 2025
Inspiriert von: Bruce Hornsby - The Way It Is
Dauerschleife
In Dauerschleife hallt hinfort
in mir dein letztes Abschiedswort,
erklingt mir laut und ewig lang,
ein endlos, freudloser Gesang.
Es hat sich in mir eingebrannt,
ich hab es nur zu lang verkannt.
Wir sind nicht mehr, es ist vorbei.
So ließ dein Herz das Meine frei.
© Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 11. Juli 2025
Suchen
Wir suchen und wir rennen,
sind vorm Heute auf der Flucht,
um das Nächste zu erkennen.
Ja, der Morgen wird zur Sucht.
Jagen tags und in der Nacht
schon der Zukunft hinterher,
die uns endlich glücklich macht,
sinnen immer nach noch mehr.
Dann am Ende jedes Lebens
denkt ein jeder wohl zurück
und erkennt, es war vergebens,
im Moment, da liegt das Glück.
©
Nicole Schönfeld 2025
Neue Welt
Lasst uns alles
umsortieren.
Hass von allem
subtrahieren,
Liebe, Licht
hinzuaddieren.
Was nicht passt,
hinweg radieren.
Unordnung
neu formatieren,
alles Schöne
aufsummieren.
Diese Welt
rekonstruieren,
Frieden
überall kreieren.
©
Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 27. Juni 2025
Eins
Ich entschwebe in die Ferne,
blicke hoch zum Firmament,
wo das Feuer aller Sterne
sich mir in die Seele brennt.
Und dann fühle ich mich eins
mit dem Licht am Himmelszelt.
Dieses Leuchten ist auch deins,
wir sind Eins in dieser Welt.
©
Nicole Schönfeld 2025
Zeilen
Hier, wo die Gedanken regnen,
sich im Reim gar neu begegnen,
dichtend, tanzend miteinander,
eng verschlungen ineinander,
prasseln sie und schweben weit,
reisen mit mir in der Zeit,
schimpfen über alles, jeden,
schwingen ausgedehnte Reden,
therapieren in Klang und Wort,
sind mit mir an jedem Ort,
formen sich zu ganzen Zeilen,
um in Ewigkeit zu weilen.
©
Nicole Schönfeld 2025
Verpasst
Dein sanftes, erstes Wort,
dein innig, tiefer Blick.
Auf einmal warst du fort
und ich blieb hier zurück.
Solang hab ich gemeint,
dass du mein Fatum bist,
die Vorstellung verneint,
dass du mich je vergisst.
Vergangen sind wir heut,
dein Bild ist nun verblasst.
Ich hab es nicht bereut,
wir haben uns verpasst.
©
Nicole Schönfeld 2025
Inspiriert von: Sting - Fields Of Gold
Freitag, 20. Juni 2025
Schublade
Die Schublade hat dich versteckt,
dort bist du schon oft angeeckt.
Quadratisch, praktisch, klitzeklein
passt alles und auch jeder rein.
Daran ein Wort in großen Lettern,
niemand braucht es nachzublättern,
so dass ein Jeder schnell erkennt,
wie dich die Schublade benennt.
So einfach kann das Leben sein.
Man redet einem Jeden ein,
dass er so ist, wie man beschränkt
ihn einfach in vier Ecken denkt.
©
Nicole Schönfeld 2025
Ja & Nein
Ja, vielleicht, doch irgendwie
sollt es sein, doch war es nie,
dachte es uns nicht zu Ende,
brachte es und keine Wende.
Irgendwo gabs noch ein Noch,
jedes Nein war doch ein Doch.
Angedeutet, doch nicht mehr,
wars zu wenig und zu sehr.
So wird aus dem Ja ein Nein,
irgendwie wird doch ein Kein.
Doch das Ja wirkt weiter nach,
weil das Nein zu oft zerbrach.
© Nicole Schönfeld 2025
Ansichten
Entfesselt von aller Vernunft
der ewig vergangenen Zunft,
da öffne ich die Arme weit,
umarme eine neue Zeit,
will sie kennen, sie begrüßen,
sie mit allen bittersüßen,
traurigen und unbeschwerten
Ansichten ganz neu bewerten.
© Nicole Schönfeld 2025
Donnerstag, 29. Mai 2025
Introvertiert
Bin introvertiert,
unnahbar skizziert,
will ich einfach sein,
am liebsten allein.
Ich brauche die Ruhe,
in dem, was ich tue.
Zu laut ist die Welt,
die über mich fällt.
Endloses Gerede,
Jedes und Jede
wird kommentiert.
Ich mags reflektiert,
sinniere so gern.
Doch liegt es mir fern,
euch abzulehnen,
weil ihr zu denen,
die laut sind, gehört.
Seid nicht empört.
Jedem das Seine,
mir bleibt das Meine.
Ich bin nicht borniert,
nur introvertiert.
©
Nicole Schönfeld 2025
Innere Stimme
Aus Tiefen empor,
hoch zum Seelentor,
da ruft es und klagt,
was nie laut gesagt.
Und noch weiter vor,
hinauf bis zum Ohr,
erklingen mir Sätze,
verborgene Schätze
ermahnen, bevor
ich mich einst verlor,
da lauschte ich ihr,
der Stimme in mir.
© Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 23. Mai 2025
Flüstern
Ich flüstere mein Wort,
mein lieblichstes Gebet
hinaus in alle Sphären,
ins Zeitlose hinfort,
in alle Welt verweht,
wo wir auf ewig währen.
©
Nicole Schönfeld 2025
Inspiriert von: Sophie B. Hawkins - As I Lay Me Down
Freitag, 16. Mai 2025
Legende
Bekenne,
ich verrenne
mich, benenne,
was du bist.
Gestehe,
ich verdrehe,
was ich sehe,
doch nicht ist.
Begehre
und verehre,
was in Leere
sich vermisst.
Verblende,
dass am Ende
die Legende
sich vergisst.
©
Nicole Schönfeld 2025
Tagträume
Gedankenversunken
entflieh ich in Träumen
nur tiefer, um schließlich
den Tag zu versäumen.
Das täglich Geschehen
verbirgt sich mir fern,
versteckt sich, oh Freude,
so hab ich es gern.
Da lärmt es und klingelt
durch all meine Glieder.
Vom Alltag umzingelt,
schon hat er mich wieder.
©
Nicole Schönfeld 2025
Festhalten
In dir hab ich gefunden,
ich sag es unumwunden,
das Heilste, das die Welt
für mich zusammenhält.
So möchte ich dir danken,
von deiner Freude tanken
und halte mich ganz fest,
so lang, wie du mich lässt.
©
Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 25. April 2025
Zu spät
Alle Kraft, doch kein Voran
hier am Puls, wir laufen, doch
wir kommen nicht am Ziele an.
Etwas in uns sträubt sich noch.
Rundherum, der Zeiger dreht
am perfekten Punkt vorbei,
bis er plötzlich einfach steht
und so gibt die Uhr uns frei.
Träge kreist sie, bis sie rennt
knapp davon, bis man versteht,
bis man untröstlich erkennt,
nun ist es wohl doch zu spät.
©
Nicole Schönfeld 2025