Morgens nach dem ersten Tee
leg’ ich
meinen Panzer an.
Wo ich weile,
wo ich geh’,
wo ich sitze,
wo ich steh’,
lässt er
nichts an mich heran.
Dicht
umhüllt er meine Haut,
abgeschottet
von der Welt,
drängend,
jederzeit zu laut,
in ihm alles
angestaut,
bis er abends
von mir fällt.
Schutzlos
später in der Nacht,
jede Angst
der nächsten gleicht,
alle Wut
sich nun entfacht,
niemand
hier, der mich bewacht,
bis die Nacht
dem Morgen weicht.
Dann trink’ ich meine Tasse leer
und zwänge
wieder mich hinein.
Ist er mir
auch lastenschwer,
will ich
dennoch niemals mehr
ohne
meinen Panzer sein.
©
Nicole Schönfeld 2024