Könnt’ ich nur von vorn beginnen,
mich eines Besseren besinnen.
Die Zeit
nochmal auf Anfang stellen,
Entscheidungen
ganz anders fällen.
So Vieles
täte ich viel weiser
und spräche
einiges viel leiser.
Und
manches hätt’ ich laut gesagt,
ich hätt’ so Vieles mehr gewagt.
Ich
wünschte ich hätt’ den verbannt,
der niemals
meinen Wert erkannt
und jeden,
der mich je verletzt,
und jeden,
der mich nie geschätzt.
So viele
Menschen meinten’s gut.
Sie halfen
auf und schenkten Mut.
Ach hätt’ ich sie nie ausgeschlossen,
so viele
Tränen nie vergossen.
Doch wenn
ich ehrlich zu mir bin,
wo bliebe
nach alldem der Sinn?
Ein Leben
ohne „hätte“, „würde“
vielleicht
die allergrößte Bürde.
Ich möchte
lieber nichts bereuen,
noch
jemals diese Wahrheit scheuen,
aus all
der Not wuchs das heran,
was ohne
Not nicht wachsen kann.
Und dort,
wo das Bedauern endet,
dort wo
man sich dem Sinn zuwendet
und wo wir
trotzdem dankbar sind,
der Weisheit
erster Tag beginnt.
© Nicole Schönfeld 2023