Freitag, 24. November 2023
Samstag, 18. November 2023
Ein letztes Lächeln
Du hast
stets einfach so gemacht,
nicht
alles hundertfach durchdacht.
Warst
jederzeit voll Energie,
ein „geht
nicht“ gab es bei dir nie.
Das Leben
hast du angepackt.
Bist nie
im Selbstmitleid versackt.
Dein Tempo
immer etwas schneller,
der Tag
durch dich gleich so viel heller.
Es gab
noch so vieles zu sehen.
Es war
noch nicht die Zeit zu gehen.
Warst noch
so jung und voller Leben,
nichts zu bereuen
und zu vergeben.
Ich habe
dich so sehr bewundert.
Ich dachte
immer, du wirst hundert
und wirst
dann noch als alte Frau
all das
tun, was ich mich nie trau'.
Ich sag dir
jetzt, wie ich es seh',
es klingt
vielleicht wie ein Klischee.
Du bist
noch hier und bist doch fort
im gleichen
Raum, ein and'rer Ort.
Ich weiß,
dass es so richtig ist,
und dass
es dir dort, wo du bist
nun besser
geht - bist nun vereint
mit ihr -
du hast so lang geweint.
Ein letztes
Mal die Augen schließen.
Den letzten
Klang im Ohr genießen.
Ein Lächeln
zierte dein Gesicht
auf deinem
letzten Weg ins Licht.
Freitag, 17. November 2023
Mit Leib und Seele
Im Büro
brennt früh schon Licht.
Das Amt, das wartet nun mal nicht.
Der zehnte
Tag steht wieder an,
und bald
schon tippt ein Jedermann
sich eifrig
seine Finger wund
und sitzt
noch da zu später Stund.
Es hallen Sätze durch den Raum.
Mehr
Fetzen, man versteht sie kaum.
„Ohne
Beleg kann ich nicht buchen.“
„Ich muss
die Differenz noch suchen.“
„Buch dies
auf durchlaufende Posten,
die
Abrechnung auf Nebenkosten.“
„Ruf
schnell noch den Mandanten an,
ob er uns noch
was schicken kann.“
Er kann es
nicht, drum tut's uns leid,
er hatte
schließlich reichlich Zeit.
„Dann
buchen wir nun ohne Steuer
und diesen
Monat wird es teuer.“
„Wie
schreibe ich das Fahrzeug ab?“
Die Lider
sinken schon herab.
Doch weiter
geht's mit müdem Blick.
Hier noch kopieren,
dort noch ein Klick.
Auf Tippstreifen
wird aufsummiert,
ein
letztes Mal noch kontrolliert.
Und morgen
zieht der Zyklus dann
mich wieder
ganz in seinen Bann.
Ich werde
zetern, werde fluchen,
weiter tippen
und weitersuchen.
Dies ist
es, was ich täglich wähle,
bin Buchhalter
mit Leib und Seele.
© Nicole Schönfeld 2023
Sonntag, 12. November 2023
Sinn des Alltags - Des Kummers Lehren
Ich glaube, ein jeder von uns kennt dieses furchtbare Gefühl. Du wachst morgens auf, noch betört von deinem schönen Traum und innerhalb weniger Sekunden schlägt dir die Realität wie eine Hand aus Stahl direkt in dein Gesicht. Auf kurze Orientierung folgen Fragen wie: „Ist das wirklich passiert?“ oder „Habe ich das wirklich getan?“ Der Schmerz kehrt zurück. Irgendetwas hat dein Leben aus der Bahn geworfen. Eine Trennung, eine Kündigung, eine schwere Diagnose, der Tod eines geliebten Menschen, ja vielleicht sogar irgendetwas, von dem du dich selbst losgesagt hast und jetzt neuen Halt finden musst. Du klaubst dich aus dem Bett und bist sofort mittendrin in diesem Wust aus Schmerz, Dunkelheit und Trauer. Und du kannst nicht glauben, dass dir das schon wieder passiert. Du kennst dieses Gefühl, du weißt auch, dass du es schon einmal überstanden hast. Und dennoch scheint sich alles in dir zu sträuben, da noch einmal durchzumüssen. Es gibt kaum Worte, die deinen Schmerz in diesen Momenten zu lindern vermögen. Ich kenne das. Und doch waren es immer tröstliche Worte, nach denen ich Ausschau hielt. Wann immer ich mit irgendwem über meinen Kummer sprach, hoffte ich insgeheim auf diesen einen Satz, der mir helfen würde, meine Sichtweise wenigstens für einige Minuten zu verändern. Minuten, die in solchen Zeiten eine Welt bedeuten können. Minuten, die uns Kraft schenken könnten, noch einen Tag durchzuhalten. Ich wünsche mir, dass die folgenden Worte das für dich tun.
Ein klischeehafter Vergleich - Der Muskelkater
Sicherlich kennst du den Schmerz eines Muskelkaters, oder? Man hat trainiert, hat sich was zugetraut, man ist an seine Grenzen gegangen. Und nun hat man den Salat. Stimmt’s? Nun, wenn ich Muskelkater habe, dann stört er mich kaum, weil ich weiß…
..woher er kommt und,
..dass er wieder geht und,
..dass dieser Schmerz mich langfristig stärker macht!
Hast du dir schon einmal überlegt, dass Lebenskrisen nichts anderes sind? Egal aus welchem Grund du dich grade fühlst, wie du dich fühlst, solltest du dir die folgenden Fragen stellen:
Woher kommt mein Schmerz?
Wenn du ehrlich zu dir bist, folgt jetzt die Erkenntnis, dass dein Schmerz daherkommt, dass du etwas gewagt hast in diesem Leben. Du hast dich vielleicht getraut, tief und innig zu lieben. Vielleicht hast du von dir aus einen großen Schritt gewagt und bist erschrocken über deine eigene Courage. In jedem dieser Fälle hast du vor allem eines getan. Du hast gelebt!
Weiß ich, dass dieser Schmerz wieder geht?
Nun, wenn du ganz ehrlich zu dir bist, musst du diese Frage mit einem klaren JA beantworten. Und in diesem einen Punkt gebe ich dir sogar ein Versprechen. JA, der Schmerz wird wieder gehen. Er wird selbst dann gehen, wenn du gar nicht wolltest, dass er geht. „Die Zeit heilt alle Wunden“ heißt es und so abgedroschen dieser Spruch auch klingen mag, die Wahrheit dahinter lässt sich nicht leugnen. Anfangs sind es vielleicht nur ein paar Sekunden am Tag, in denen du wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen glaubst. Für einen sehr kurzen Moment kommt da vielleicht sogar ein kurzes inneres Vorfreuen auf. Du spürst und weißt in diesem Moment, dass da noch so viel vor dir liegt, das du jetzt noch nicht sehen kannst. Zu Beginn wird die Trauer und der Kummer überhandnehmen. Immer wieder wirst du für lange Zeit in den Schmerz zurückfallen, doch beruhige dich mit dem Gedanken, dass es hier nur darum geht, durchzuhalten. Die schlechten Phasen werden abnehmen, die guten Phasen werden sich ausdehnen. Morgen fühlst du diese Vorfreude dann schon ganze zwei Minuten und in einigen Wochen wirst du vielleicht schon einige Stunden am Tag in der Lage dazu sein, dich gut zu fühlen. JA, der Schmerz wird vergehen!
Wird mich diese Krise stärker machen?
Ich weiß genau, was du jetzt denkst. Du fühlst dich wie ein verwundeter Soldat inmitten eines Schlachtfeldes und auf deine Frage, wofür das alles gut ist, antwortet der Befehlshaber: „Wenn du das geschafft hast, bekommst du einen Bonbon, Geschmack darfst du dir aussuchen.“ Niemand bei Verstand würde sich gerne verwunden lassen auf feindlichem Terrain, nicht wissend, ob man überlebt mit der Aussicht auf einen Bonbon mit Himbeergeschmack. Meist fühlen sich Krisen zu Beginn genauso an. Die Krise nimmt eine überdimensionale Größe an und der Sinn dahinter scheint uns so nichtssagend, dass wir dankend ablehnen wollen. Aber glaube mir, du wirst den Sinn hinter deiner Krise irgendwann doch sehen und es wird mehr als nur ein Bonbon sein. In diesem Moment deines Lebens magst du glauben, dass das ohnehin keine Rolle spielt. Du willst dich nur endlich wieder besser fühlen. Aber vertraue mir, aus Schmerz erwächst Erkenntnis. Die Erkenntnis, dass man ohne den Schmerz nicht wüsste, wie wichtig es ist, die kleinen Momente im Leben ausreichend zu schätzen. Die Erkenntnis, dass man selbst irgendwann vielleicht eine gelassenere Sicht auf das Leben haben wird. Die Erkenntnis, dass all das passieren musste, weil etwas viel passenderes auf dem Weg zu uns war. Die Erkenntnis, dass man viel stärker geworden ist und Dinge, die uns gestern noch Angst machten, uns heute nur noch ein müdes Lächeln abringen und das eine kann ich dir sagen. Je weniger Angst du hast, desto freier und offener wirst du dem Leben entgegentreten. Und dann gibt es da noch diese Erkenntnis, dass das Leben nun mal Veränderung ist und das ohnehin jeder da durchmuss…
Freitag, 10. November 2023
Gottes Urteil
Ich weiß,
was ihr da oben tut!
Doch statt
der Angst, die ihr so sehnt
erwächst
in mir ein großer Mut,
der all
das, was ihr seid, ablehnt!
Gespalten
ist all euer Sein,
gelogen
jedes einzeln Wort
und sagt
uns, jeder Mensch sei klein,
und macht
die Welt zum Schandtatort!
Die
Schande, das seid einzig ihr,
das
menschlich Gute euch so fern!
Erfüllt
seid ihr von Hass und Gier!
Verdorben
seid ihr schon im Kern!
Geschichte
schreibt ihr täglich um,
die Lüge euer
täglich Brot!
Ich
schweige nicht, ich bleib nicht stumm!
Eure Seelen
sind längst tot!
Ihr wisst
genau, wer uns erschuf,
die Angst
treibt euch voran.
Denn immer
lauter tönt sein Ruf,
in jedes
Herz, in Jedermann.
Ich sag es
euch, ihr scheut es noch,
das Gute
wird obsiegen!
Bleibt ihr
nur dort in eurem Loch,
in das ihr
abgestiegen.
So lasst
uns stets in Wahrheit weilen,
lasst uns
friedlich alles schlichten!
Gottes Urteil wird sie ereilen!
Gott sieht alles und wird richten!
Ein schmaler Grat
Es ist ein schmaler Grat
auf dem wir täglich wandeln.
Gefährlich dünn der Pfad,
ein stetig neu Aushandeln.
Der nächste Schritt könnt' schon
der letzte für uns sein!
Des Lebens eisern Hohn
- er sichert uns im Schein!
Geschmiedet längst der Plan
für alle künftig Zeit.
Hauchdünn nur die Membran,
ein schattenhaft Geleit.
Drum lasst uns frohen Mutes
dem Schicksal uns ergeben!
Stets dankbar sein für Gutes,
das beste Leben leben!
© Nicole Schönfeld 2023
Der Regen
Das ist
mir der Regen
an
düsteren Tagen,
Verständnis
und Segen,
wenn Tränen versagen.
Das ist
mir die Nacht
in lauten
Zeiten.
So stille
Andacht,
so endlose
Weiten.
Das ist
mir der Wind
wenn alles
stagniert,
mein
inneres Kind
sich selbst
nicht verliert.
So möge es
regnen,
und möge
es Wind sein
und lasset
uns segnen
die Nacht
und den Mondschein.
Lasst
Tränen fließen,
lasst Stille
walten,
die Augen
uns schließen
und uns
entfalten!
© Nicole Schönfeld 2023