Perfekt
bist du und besser noch,
dein
Antlitz dir von höchstem Wert.
Es scheint
von Zeit zu Zeit jedoch
im Angesicht
der Welt verzerrt.
So endlos
ist dein Selbstbetrug,
so tief
vergraben alle Scham.
Kein
wahres Wort je wahr genug,
das jemals
deinem Mund entkam.
Dort
stehst du also ganz allein
und fehlerfrei
auf dem Podest.
Bist ewig
groß und niemals klein,
hast dich
als Kind nie eingenässt.
Mit diesem
Bild wuchst du heran,
bist dir
im Spiegel nie begegnet.
Ich bitte nur,
piss’ mich nicht an
und erzähl
mir, dass es regnet.
Sie maximieren
Subventionen.
Leben
dafür, sich zu schonen
und erfreuen
sich daran,
sich fürs
Nichtstun zu belohnen.
Egoistische
Aktionen
schaffen gleicherlei
Optionen.
Dabei
werden sie nicht müde,
Altruismus
zu betonen.
Drohen ihnen
dann Sanktionen,
folgen
scheinbar Emotionen,
sind die
Ausreden parat
in schier
endlosen Versionen.
Und mit
allerlei Aktionen
übergehen sie
Personen,
die dem
Zwecke dienlich sind.
Leben muss
sich schließlich lohnen.
Und so
scheinen Subventionen
über allem
Fleiß zu thronen,
ist der
Anstand nur Relikt
längst ergrauter
Konventionen.
Ein Eremit
durchstreift den Wald.
Laternenlicht
erhellt der Pfad.
Es
fröstelt ihn so bitterkalt
auf diesem
Weg, den er betrat.
So lang
lebt er in Einsamkeit.
Alleinsein
hat er kultiviert,
als dort
am Horizont, nicht weit,
ein
Leuchten ihn hell anvisiert.
Das Leuchten
arglos, lebensfroh,
es hüllt
ihn ganz und gar in Licht.
Es glimmt
und lodert lichterloh,
als es im
Schwinden wieder bricht.
Der
Einsame beschließt empört,
dem
Leuchten hinterherzueilen.
Es hat ihm
jedoch nie gehört,
es darf
nur im Moment verweilen.
So sucht in
Zeit und Ewigkeit
der Eremit,
doch findet nicht
die leuchtende
Glückseligkeit,
ihm bleibt
nur sein Laternenlicht.
Mit dir schien jeder Himmel nah
und alle Trübnis deutlich, klar.
Dein Wort hat mich so tief bewegt,
hab es gehegt, hab es gepflegt
in mir, wo es ganz sicher war.
Unendlich schön schien jeder Tag,
an dem dein Auge auf mir lag,
mein Herz mit bloßem Blick verführte
und alle Hoffnung in mir schürte,
dass es niemals enden mag.
Betört, von aller Zeit entrückt,
vom Bann der Perfektion verzückt,
da sah ich nicht, was wirklich ist,
dass Perfektion das Echte frisst
und alles Wahre unterdrückt.
Da hab ich mich zutiefst geschämt,
unwert gefühlt und auch gegrämt.
Nicht gut genug für deine Welt,
hab ich mein Leuchten ausgestellt,
vom Druck der Perfektion gelähmt.
So war dein Auge letztlich blind
für das, was jedes Herz gewinnt,
so es sich von den Masken trennt
und aufrichtig in sich erkennt,
dass Fehler stets das Beste sind.
Seit Anbeginn
der Zeit ersehnt
im Unglück
der Erfahrung,
ein Herz auf
Suche, ausgedehnt,
nach sättigender
Nahrung.
Da findet
es, gar fast verwaist,
ein
anderes, goldenes Herz,
um das
sich alle Freude kreist,
vergessen
ist der Schmerz.
Im Takte
ihrer Zweisamkeit,
entzückt von
allem Glück,
ist eines
nicht zum Glück bereit
und kehrt
zum Schmerz zurück.
Es war einmal
ein Herz so rein,
so liebend
und so stark.
Nun ziert
ein rotes Herzgestein
den Platz,
wo es einst lag.
©
Nicole Schönfeld 2024