Er steht so
gern im Rampenlicht,
des Lebens
Bühne seine Welt,
wo jedes
Ohr und jede Sicht
auf ihn
gerichtet, ihn erhellt.
Der
talentierteste Artist
ist er,
der großartige Narzisst.
Bewundernd
blickst du zu ihm auf
und hat er
dich dann auserkoren,
so
schmückst du seinen Lebenslauf.
Oh wisse,
du hast längst verloren!
Noch weißt
du nicht, dass es so ist,
erkennst ihn doch nicht als Narzisst.
Symbiotisch
fühlt er sich vereint
mit dir,
du bist sein größtes Glück.
Sein Diamant,
durch den er scheint,
sein ihm
so gleiches Gegenstück.
Du wusstest
nicht, was du vermisst,
bis er
dich liebte, der Narzisst.
Da trifft
dich bitterkaltes Schweigen.
Ganz
unverhofft, noch gestern hing
der Himmel
für dich voller Geigen,
als er zur
Nächsten überging.
Und dort,
wo sonst die Würde ist,
befindet
sich nun der Narzisst.
Und steht
er dann ganz tränenreich
mit süßen Lügen
im Gepäck
vor deiner
Tür und klopft dich weich,
ist dir,
als war er niemals weg.
Sein Wort
nur eine weitere List,
er ist und
bleibt nun mal Narzisst.
So hält
das Spielchen lange an,
weil er es
mit dir machen kann.
Er
schweigt, er straft, manipuliert,
er
schreit, er lügt, trianguliert.
Erst wenn
du gänzlich ausgesaugt,
benutzt,
erniedrigt, ausgelaugt,
für ihn
nicht mehr von Nutzen bist,
da zieht
er weiter, der Narzisst.
© Nicole Schönfeld 2024
Inspiriert von: Carly Simon - You're So Vain