Samstag, 29. Juli 2023

Nichts mehr finden


Zwei Menschen, ganz allein mit sich
durchqueren Zeit und Raum.
Sie suchen sich, verzagen nicht,
bis eines Tages dann endlich
sich erfüllt ihr größter Traum.

 

Sie fand zu ihm und er zu ihr,
die Suche nun vorbei.
Aus du und ich wird jetzt ein wir.
Aus eins und eins wird zwei.

 

Drum soll das Band, das hier gewebt
auf ewig euch verbinden.
Auf dass ihr ewig Liebe lebt,
auf dass ihr stets auf Wolken schwebt.
Auf dass ihr euch nun sagen könnt:
"Wir müssen nichts mehr finden."


- Für meine Schwester

© Nicole Schönfeld 2023


Die großen Worte

 

Wo Liebe ist, da ist das Recht,
wo Liebe ist, ist alles echt.
Die Liebe bringt das Licht mit sich
und sie weilt in sich ewiglich.
Die Liebe hinterfragt sich nicht,
unendlich ruht sie tief in sich.
Die Liebe bleibt und geht nie fort,
verweilt uns stets am selben Ort.
Sie soll euch einen für alle Zeit,
soll euch Schlichter sein im Streit.

 

Sie soll euch immer Stärke schenken,
euch stets auf rechte Pfade lenken.

 

Sie möge über euch wachen,
kraftvoll, mutig und doch still
in jenem Moment, in dem ihr sagt
die großen Worte "Ja ich will".



© Nicole Schönfeld 2023

Freitag, 28. Juli 2023

München


München, du geliebte Stadt,
ich muss gehen, ich muss fort.
Niemals wurde ich von dir satt,
doch nun ruft mich ein neuer Ort.


Im Hofgarten der Welt enteilt,
flaniert dort am Marienplatz.
Hier, wo noch mein Herz verweilt,
liegt ein unvergessener Schatz.


Und nicht nur zum Oktoberfest,
sich’s bei dir immer feiern lässt.
So gut, wie nirgendwo weltweit
in Lederhose und Dirndlkleid.


Olympiadorf, fürs Spiel gebaut,
und mittendrin das OEZ.
Hier war’s nie leise, immer laut,
mein zweites Heim, nur ohne Bett.


Weiß leuchtet die Arena nun,
noch gestern rot und blau schon bald.
Nein, du brauchst nichts dafür tun,
in dir ist’s warm, nichts an dir kalt.


Du Glanz, du Hoheit, immer Mein,
gelebt in dir den Traum vom Sein.
Ich trag von dir ein großes Stück
stets nah bei mir, ich komm zurück!


© Nicole Schönfeld 2023

 

Sonntag, 16. Juli 2023

Gegensatz


Weltstadt, Gosse, zu viel Gefühl,
verdammt nochmal, was ist das nur?
Im Tiefgang, Hochflug, heiß und kühl,
so anders, gleich auf weiter Flur.


Vergebens ist die Suche hier,
wonach du suchst, das wird zur Sucht.
Und findest du, bleibt’s nicht bei dir.
All was du hältst, ergreift die Flucht.


Vergiss, was immer du geglaubt
und was du für gegeben hieltst.
In dieser Stadt dem Selbst beraubt,
ein neues Selbst wem anders stiehlst.


Es stinkt und duftet überall
nach Träumen, Angst, Ekstase pur.
Belangloses im Redeschwall,
Berlin, du bist so wankend stur.


Dein Gegensatz, dein Ja und Nein,
dein bitteres und süßes Sein,
dein hoher Puls, dein ständig Eilen,
dein niemals allzu lang Verweilen,
dein Gleichmut, so bewundernswert.
Bist richtig und doch so verkehrt.
Geliebt, gehasst und ganz bestimmt
ein Ort, der alles gibt und nimmt.


Nun geh ich und will eins noch sagen,
Berlin, in allen Lebenslagen
war ich niemals so sehr bei mir.
Hab Dank, ich bin gereift an dir.


© Nicole Schönfeld 2023

Inspiriert von: Paul Kalkbrenner - Train (Berlin Calling)