Hab in Träumen ihn gejagt,
ihn ein Leben lang erspürt.
Doch kein Wort, das je gesagt,
hat mich je zu ihm geführt.
War gewillt, ihn zu verstehen,
hab ihn jeden Tag ersehnt,
hatte tausendfach Ideen,
ihn im Überall gewähnt.
Und doch weiß ich, er ist hier,
wenn auch unbestechlich still,
weil er wohl, so scheint es mir,
nicht verstanden werden will.
©
Nicole Schönfeld 2026
Zwischen den Kriegen…
…gebären wir Kinder.
Die werden dann später
ganz große Erfinder,
ganz wie ihre Väter.
Sie bauen Raketen
und werden Soldaten.
Dann hoffen und beten
sie, dass sich die Staaten
den Frieden erhalten,
das Völkerrecht achten,
vereinen, nicht spalten,
nach Redlichkeit trachten.
Zwischen den Kämpfen…
…bereuen die Leute
ihr gestriges Schweigen,
das Schaudern von heute.
Die leisen und feigen
Erfinder, Soldaten,
die Völker und Rechte
mit Grausamkeit traten,
als mutlose Knechte
Gehorsamkeit schworen,
im Marschtakt der Lieder
den Frieden verloren.
Sie täten es wieder.
©
Nicole Schönfeld 2026
Wenn ich an
dich denke,
ist’s als wenn
uns alle Liebe,
die ich dir auf
ewig schenke,
in der
Blütezeit verbliebe.
So als wär’ sie
nur geliehen
wie ein Schatz,
der nie gehört,
allen Zwängen
sich entziehen
und doch
Endlosigkeit schwört.
Lass mich dich
leiten,
dich halten,
dich tragen
durch alle
Gezeiten,
dir immerzu
sagen:
Ich werde nicht
gehen,
ich bleib für
dich da,
werd’ stur zu
dir stehen,
weil’s immer so
war.
© Nicole Schönfeld 2026
Alles das, was
uns gegeben,
löst sich auf
und geht zurück
in den Ursprung
aller Leben,
in nur einem
Augenblick.
In dem Raum,
der uns geboren,
uns empfängt
und uns umgibt,
haben wir uns
nie verloren,
nie einander
nicht geliebt.
Und so fliehen
alle Träume
von der guten,
alten Zeit
in die
unbegrenzten Räume
heimatlicher
Ewigkeit.
© Nicole Schönfeld 2026