Freitag, 6. März 2026

Der Sinn


Hab in Träumen ihn gejagt,
ihn ein Leben lang erspürt.
Doch kein Wort, das je gesagt,
hat mich je zu ihm geführt.


War gewillt, ihn zu verstehen,
hab ihn jeden Tag ersehnt,
hatte tausendfach Ideen,
ihn im Überall gewähnt.


Und doch weiß ich, er ist hier,
wenn auch unbestechlich still,
weil er wohl, so scheint es mir,
nicht verstanden werden will.


© Nicole Schönfeld 2026


Zwischen


Zwischen den Kriegen…


…gebären wir Kinder.
Die werden dann später
ganz große Erfinder,
ganz wie ihre Väter.


Sie bauen Raketen
und werden Soldaten.
Dann hoffen und beten
sie, dass sich die Staaten


den Frieden erhalten,
das Völkerrecht achten,
vereinen, nicht spalten,
nach Redlichkeit trachten.


Zwischen den Kämpfen…


…bereuen die Leute
ihr gestriges Schweigen,
das Schaudern von heute.
Die leisen und feigen


Erfinder, Soldaten,
die Völker und Rechte
mit Grausamkeit traten,
als mutlose Knechte


Gehorsamkeit schworen,
im Marschtakt der Lieder
den Frieden verloren.
Sie täten es wieder.


© Nicole Schönfeld 2026


Freitag, 30. Januar 2026

Blütezeit


Wenn ich an dich denke,
ist’s als wenn uns alle Liebe,
die ich dir auf ewig schenke,
in der Blütezeit verbliebe.


So als wär’ sie nur geliehen
wie ein Schatz, der nie gehört,
allen Zwängen sich entziehen
und doch Endlosigkeit schwört.


© Nicole Schönfeld 2026


Lass mich...


Lass mich dich leiten,
dich halten, dich tragen
durch alle Gezeiten,
dir immerzu sagen:


Ich werde nicht gehen,
ich bleib für dich da,
werd’ stur zu dir stehen,
weil’s immer so war.



© Nicole Schönfeld 2026


Freitag, 2. Januar 2026

Heimat


Alles das, was uns gegeben,
löst sich auf und geht zurück
in den Ursprung aller Leben,
in nur einem Augenblick.


In dem Raum, der uns geboren,
uns empfängt und uns umgibt,
haben wir uns nie verloren,
nie einander nicht geliebt.


Und so fliehen alle Träume
von der guten, alten Zeit
in die unbegrenzten Räume
heimatlicher Ewigkeit.



© Nicole Schönfeld 2026