Freitag, 29. August 2025
Ein Schrei
Die Welt ist erkrankt.
Kein Arzt kann sie retten.
Sie zittert und schwankt,
liegt bebend in Ketten,
in endlosen Schmerzen
entfährt ihr ein Schrei.
Sie ruft alle Herzen
zur Hilfe herbei.
©
Nicole Schönfeld 2025
Schuld
Auch ich trage Schuld.
Hab schon so häufig
so vieles versprochen,
Versprechen gebrochen.
Und so viel Tumult,
hab ich verursacht,
um mich nicht zu binden
und dann zu verschwinden.
So habt doch Geduld.
Ich wünschte, ihr könntet
mir all das vergeben.
Ich lern’ noch am Leben.
©
Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 22. August 2025
Wonne
Suche den Morgen
am Ende der Nacht,
wo er verborgen
in Dämmerung wacht.
Da steigt die Sonne
am Himmel empor,
und kitzelt die Wonne
im Herzen hervor.
©
Nicole Schönfeld 2025
Jahreszeiten
Nun weicht er fort mit aller Kraft,
hinweg gefegter Sommerduft.
Dort, wo er war,
macht er sich rar
und weicht der kühlen, frischen Luft.
Die Bäume kahl, das Laub so wüst.
Der Wind treibt nassen Regen an.
Und Farbenpracht
hat sich entfacht,
so früh rückt jetzt die Nacht heran.
Bald schon fällt der erste Schnee
leise auf die Straßen nieder.
Das Laub versteckt,
vom Weiß bedeckt,
schon ertönen Weihnachtslieder.
Bis die ersten Frühlingsstrahlen
heiter unsere Herzen weiten.
Pflanzen blühen,
Würmchen glühen
im Zauber unserer Jahreszeiten.
© Nicole Schönfeld 2025
Freitag, 15. August 2025
Am Anfang
Am Anfang war das Wort,
der Seele Zufluchtsort.
Entbunden aus dem Licht,
zu Hause im Gedicht.
©
Nicole Schönfeld 2025
Hafen
Wenn draußen wieder Stürme toben,
der Boden unter mir zerbricht,
blickst du hinaus vom Fenster oben
und leuchtest mir für gute Sicht.
Ich setz’ die Segel, rüste mich.
Die Welt ruft wieder laut nach mir,
bezwinge sie und denk an dich.
Dann kehr’ ich wieder heim zu dir.
©
Nicole Schönfeld 2025
Zweifel
Überleben in der Welt,
wo Befindlichkeiten stören,
wird’s geliefert, wie bestellt.
Schulterzucken, kein Empören,
leben wir als Endprodukt,
ungesehen und funktional.
Fertig ist das Weltkonstrukt.
Zweifel hat doch jeder mal.
©
Nicole Schönfeld 2025
Inspiriert von: Bruce Hornsby - The Way It Is
Dauerschleife
In Dauerschleife hallt hinfort
in mir dein letztes Abschiedswort,
erklingt mir laut und ewig lang,
ein endlos, freudloser Gesang.
Es hat sich in mir eingebrannt,
ich hab es nur zu lang verkannt.
Wir sind nicht mehr, es ist vorbei.
So ließ dein Herz das Meine frei.
© Nicole Schönfeld 2025
Abonnieren
Kommentare (Atom)