Kaufe gern von Zeit zu Zeit
Schuhe, Plunder, noch ein Shirt,
Taschen hier und dort ein Kleid,
damit es kurz besser wird.
Neue Hobbys, noch ein Spiel,
Ablenkung im Stundentakt.
Hiervon brauche ich ganz viel,
jenes wird noch draufgepackt.
Habe diesen Kurs gebucht:
„Wie man endlich glücklich wird.“
Hab das Glück so lang gesucht
und mich tausendmal verirrt.
Tief verdrängt dies Unbehagen,
drück es weg und winde mich,
nur um niemals laut zu fragen:
„Warum bin ich unglücklich?“
Wir wurden geschaffen,
einander zu dienen.
Doch dienen wir nicht,
wir schaffen Distanz.
Entwuchsen den Affen,
doch gleichen wir ihnen,
erblinden im Licht
der Selbstrelevanz.
©
Nicole Schönfeld 2025
Mädchen, dies will ich dir raten
für des Lebens nächsten Schritt,
stehe stur zu deinen Taten,
doch trag sie nicht mit dir mit.
Pass dich an, doch sei dir treu.
Fühle weich und handle stark.
Trenn’ den Weizen von der Spreu.
Finde Schutz, doch bleib autark.
Hinterfrag stets jede Regel,
suche unentwegt dein Glück.
Halte Kurs und setz die Segel,
hab dein Schicksal gut im Blick.
Sei geduldig, hab Vertrauen,
scheint der Weg auch endlos weit,
denn auch Wege muss man bauen.
Es hat alles seine Zeit.
©
Nicole Schönfeld 2025
Dies eine Leben,
auserwählt.
Gleich daneben,
unerzählt,
das andere Leben,
fast beseelt.
War noch eben,
leicht verfehlt.
Ach, sie spricht so eloquent,
aufgeschlossen, lebensfroh,
welterfahren, nirgends fremd.
Wisse dies, sie tut nur so.
Im Beruf stets kompetent,
hoch in Bildung und Niveau,
selbstbewusst und effizient.
Glaube mir, sie tut nur so.
Gegen’s Fürchten resistent,
ist sie nicht und nirgendwo
jene, die vor Angst wegrennt.
Ahne es, sie tut nur so.
Und so mimt sie gar stringent
euch die größte Bühnenshow.
Hofft, dass niemand je erkennt,
diese Frau, sie tut nur so.
©
Nicole Schönfeld 2025
Das Rot, das ich wage,
mit Willen vermischt,
entfesselt die Frage,
warum dieses Feuer
in mir nicht erlischt.
Das Grau, das ich trage,
in Schweigen gehüllt,
umschließt jede Klage,
diskret ist der Blick nur
mit Tränen gefüllt.
Das Grün meiner Lage,
auf Hoffnung getrimmt,
sodass ich mir sage,
ich kämpfe noch weiter,
so lang, bis es stimmt.
Das Gelb neuer Tage,
in Sonne getaucht,
erinnert mich vage,
dass Farbe der Seele
erst Leben einhaucht.
©
Nicole Schönfeld 2025