Freitag, 31. Januar 2025

Lynch


Entlang dem Palisadenzaun
entwachsen Farben kümmerlich
aus frischem Grün in altes Braun,
Utopia zeigt sich trügerisch.


Da zieht ein sattes Blau entlang,
ein Rätsel scheint darin versteckt.
Im Hintergrund ein dunkler Klang,
der sich aus allen Poren reckt.


Gar zwiespältig erklingt ein Ton,
verschmilzt mit dunkelrotem Bild.
Unheilvoll schrillt das Telefon
und Nebelschwaden ziehen wild.


Schon zeigt sich eine Fratze dort,
wo eben noch ein Antlitz war.
Die Illusion entschleicht hinfort
in andere Sphären, bipolar.


Die lichten Pole sind es, die
ich ihm auf seinen Wegen wünsch',
dem Meister wahrster Fantasie,
dem Weltengänger, David Lynch.
 



In ewiger Dankbarkeit für seine Werke

© Nicole Schönfeld 2025

Inspiriert von: Angelo Badalamenti - Mulholland Drive Main Theme


Freitag, 24. Januar 2025

Glück


Obgleich es mir glückt,
da tut es schon weh
und folgt mir und ach,
wo immer ich geh’,
ist etwas verrückt,
das ich nicht versteh.


Denn all dieses Glück,
im Wandel verweht,
ist müde, ist wach,
erblüht und vergeht.
Dann kehrt es zurück,
hält inne und dreht.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 17. Januar 2025

Atem


Es greift nach mir
von Zeit zu Zeit.
Dann atmet es mich
langsam ein.
Mein Selbst in dir
wird ewig weit,
in dir mein Ich
und all mein Sein.


Dein Atemstoß,
mein Wehgeschrei,
so ströme ich
aus dir heraus.
Es lässt mich los,
doch niemals frei,
entfesselt mich
ins Nichts hinaus.


© Nicole Schönfeld 2025


Genug


Ich bin das Dach,
nicht Firmament.
Bin tausendfach,
gezählt in Cent.


Bin Lebensraum,
doch nicht die Welt.
Ich bin der Baum,
wenn auch gefällt.


Bin Sternenglanz,
doch nicht der Stern.
Ich bin Substanz,
doch nicht der Kern.


Ich bin die Feder,
nicht der Flug.
Ich bin nicht jeder,
doch bin genug.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 10. Januar 2025

Mein Raum


Dort, wo der Sternenstaub sich legt
und wo der Wind das Laub bewegt...
Dort, wo das Herz zum Schlag ansetzt
und wo der Schmerz die Lehre schätzt…


Dort, wo der Blick zum Himmel ragt
und wo Geschick zum Urteil tagt...
Dort, wo der Sinn sich selbst erklärt
und sein Beginn im Stillstand währt…


Dort, wo ein Traum heran gedeiht,
dort ist mein Raum der Heiligkeit.


© Nicole Schönfeld 2025


Ewigreich


Ach, wäre der Moment mir nur
ein ausgedehnter, weiter Flur
mit Wänden weich,
den Wolken gleich,
mein unbegrenztes Ewigreich.


Ach, würde er doch stetig sein
und grübe sich in mich hinein.
Ach, bliebe er
und ging nie mehr,
sodass er immer mit mir wär’.


Dann gleitet er mir doch dahin,
sein Ende nur ein Neubeginn.
So halte ich
noch fester mich
und bete, er weilt ewiglich.


© Nicole Schönfeld 2025


Freitag, 3. Januar 2025

Kreislauf


In Kreisen auf Reisen,
hier drinnen von Sinnen.
Im Leisen verwaisen,
entrinnend beginnen.


Erst fliegen, nun liegen,
entbrennen, dann trennen.
Im Wiegen sich schmiegen,
erkennen, benennen.


Nun feuern, dann steuern,
dem Leben vergeben.
Beteuern, erneuern,
beheben und schweben.


© Nicole Schönfeld 2025


Ein neuer Tag


Noch bevor die Morgensonne
sich durchs Wolkendickicht bricht,
kitzelt freundlich, voller Wonne
kühle Hoffnung mein Gesicht.


Wie der Tag sich nun ganz neu
aus der alten Hülle schält,
jungfräulich und beinah scheu,
ist die Uhr auf null gestellt.


All das Schöne hier auf Erden
könnt an diesem Tag geschehen.
Was nicht ist, das könnte werden,
was noch steht, das könnte gehen.


Enthusiastisch, voller Fragen,
was er mir wohl bringen mag,
will ich keiner Chance entsagen,
denn heute ist ein neuer Tag.


© Nicole Schönfeld 2025